Wie man Wilder Wein anbaut
Parthenocissus quinquefolia
Wilder Wein ist eine wüchsige, selbsthaftende Kletterpflanze, die vor allem wegen ihrer spektakulären karminroten Herbstfärbung angebaut wird. Bedeckt große Wände schnell mit Haftscheiben. Äußerst winterhart und standorttolerant. Regelmäßiger Schnitt nötig, um sie von Dachrinnen und Fenstern fernzuhalten.
- Höhe
- 1200 cm
- Breite
- 500 cm
- Licht
- Sonne bis Halbschatten
- Wasser
- Gering
- Düngen
- Selten erforderlich
- Schneiden
- Mindestens zweimal jährlich schneiden
Jahreszyklus
Pflegewesentliches
Braucht selten Düngung. Eine Kompostmulchschicht an der Basis im Frühjahr ist für junge Pflanzen hilfreich, etablierte Exemplare sind selbstgenügsam.
Achten auf
- Wachstum in Dachrinnen und unter Dachziegel
- Haftscheiben beschädigen Putz oder Anstrich
- Japankäfer (in manchen Gebieten)
Pflegeanforderungen
Licht
Äußerst anpassungsfähig, volle Sonne bis tiefer Schatten
Gedeiht in jeder Lage. Die Herbstfärbung ist in voller Sonne am intensivsten; im tiefen Schatten zeigt das Laub eher Gelbtöne als Rot.
Bewässerung
Nach Eingewöhnung trockenheitstolerant
Im ersten Wachstumsjahr regelmäßig gießen, damit die Wurzeln Fuß fassen können. Ausgewachsene Pflanzen benötigen kaum Zusatzbewässerung, außer bei länger anhaltender Trockenheit.
Düngung
Selten erforderlich
Eine Mulchschicht aus gut verrottetem Kompost im Frühjahr um die Basis junger Pflanzen reicht aus. Etablierte Pflanzen benötigen keine zusätzliche Düngung.
Schnitt
Mindestens zweimal jährlich schneiden
Im Sommer kräftig zurückschneiden, damit das Wachstum Dachrinnen, Fenster und Dachabschlüsse nicht erreicht. Im späten Winter einen Formschnitt im ruhenden Zustand durchführen. Verträgt starken Rückschnitt falls eine Verjüngung nötig ist.
Überwinterung
Vollständig winterhart, kein Schutz erforderlich
Winterhart bis mindestens -20°C. Die Pflanze ist laubabwerfend und verliert im Herbst ihr gesamtes Laub — das ist normal.
Anbautipps
Selbsthaftend, aber Haftscheiben können weichen Putz beschädigen
Wilder Wein haftet mit Klebescheiben — kein Draht oder Spalier erforderlich. Diese Haftscheiben können jedoch weichen Putz, Kalkverputz oder porösen Ziegel beschädigen. Nur an Holz, hartem Stein oder Mauerwerk befestigen.
Mindestens zweimal jährlich schneiden
Im Sommer zurückschneiden, damit das Wachstum von Dachrinnen, Fenstern und Dachabschlüssen ferngehalten wird. Im späten Winter einen Formschnitt im ruhenden Zustand durchführen. Ungeschnittene Pflanzen können Dachrinnen verstopfen und Dachziegel innerhalb einer Saison anheben.
Beeren für Menschen giftig, für Vögel wertvoll
Die kleinen dunkelblau-schwarzen Beeren, die im Herbst reifen, sind für Menschen in größeren Mengen giftig; ob sie für Haustiere unbedenklich sind, ist nicht bestätigt. Sie sind jedoch eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel wie Drosseln und Amseln — wenn möglich stehen lassen.
Herbstfärbung bei voller Sonne am schönsten
Das spektakuläre scharlachrote und karmesinrote Herbstbild ist bei guter Sonneneinstrahlung am intensivsten. Im tiefen Schatten neigt das Laub dazu, gelbgrün statt rot zu werden, und das Farbbild fällt deutlich schwächer aus.
Schädlinge & Krankheiten
Schädling Dickmaulrüssler
Erkennung: Die Käfer fressen im Frühling und Sommer Kerben in die Blattränder, doch sind es die cremefarbenen Larven, die durch Wurzelfraß im Herbst und Winter ernsthaften Schaden anrichten. Befallene Pflanzen welken plötzlich und können absterben.
- Nematoden (Steinernema kraussei) Ende Sommer oder Anfang Herbst in feuchten Boden einbringen, wenn die Larven noch klein sind.
- Ausreichende Bodenfeuchte für das Überleben der Nematoden sicherstellen.
Schädling Blattläuse
Erkennung: Blattlauskolonien können sich im Frühling an neuen Triebspitzen und den Blattunterseiten junger Blätter ansiedeln und Blattkräuselung sowie vermindertes Wachstum verursachen. Werden meist von natürlichen Feinden reguliert.
- Natürliche Feinde wie Marienkäfer und Florfliegen fördern.
- Bei starkem Befall an erreichbaren Trieben einen kräftigen Wasserstrahl oder ein Insektizidseifenspray einsetzen.
Schädling Japankäfer
Erkennung: In betroffenen Regionen (hauptsächlich Nordamerika) skelettieren die erwachsenen Käfer die Blätter im Sommer rasch, sodass nur noch die Blattadern übrig bleiben. Kann große Pflanzenteile entblättern.
- Käfer morgens von Hand ablesen, wenn sie träge sind.
- In Gebieten mit hohem Befallsdruck zugelassene Fallen oder Neem-Sprays einsetzen.
- Regionale Regelungen beachten, da dieser Schädling in weiten Teilen Europas nicht vorkommt.
Krankheit Echter Mehltau
Symptome: Weißer pudriger Belag auf der Blattoberseite, typischerweise im Spätsommer nach heißen Trockenphasen mit anschließend schwülen Nächten. Mehr verunstaltend als tödlich.
Behandlung: Luftzirkulation durch Auslichten dichter Bereiche verbessern. Überkopfbewässerung vermeiden. Befallene Blätter sofort entfernen. Ein verdünnter Natronspray oder ein schwefelhaltiges Fungizid kann das Fortschreiten verlangsamen.
Vorbeugung: Gieße morgens am Fuß, vermeide einen trockenen, windstillen Standort und mulche, damit die Wurzeln gleichmäßig feucht bleiben.
Krankheit Blattfleckenkrankheit
Symptome: Kreisförmige braune oder schwarze Flecken mit gelben Höfen auf den Blättern, verursacht durch verschiedene Pilzerreger. Tritt meist in nassen Sommern oder bei dauerhaft feuchtem Laub auf.
Behandlung: Befallene Blätter entfernen und entsorgen; nicht kompostieren. Beim Gießen das Benetzen des Laubs vermeiden. Gute Luftzufuhr an der Pflanzenbasis sicherstellen.
Vorbeugung: Entferne im Herbst abgefallenes Laub, gieße am Fuß statt über die Blätter und halte den Wuchs so licht, dass die Luft durchziehen kann.